Dorfchronik: Erzbergwerke in Nieder-/Oberraden
In den Gemarkungen von Nieder- und Oberraden konnten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verschiedene Lagerstätten von Eisenerz aufgespürt werden. Fand jemand Anzeichen auf Eisenerz, so musste er „Mutung einlegen“ , d. h. die Abbauerlaubnis beantragen. Die zuständige Bergbaubehörde – zu jener Zeit das Königliche Oberbergamt Bonn – konnte ihm dann das Abbaurecht verleihen.
Auf seinem Weg vorbei an den „Jahrsfelder Mühlen“ tritt er im weiteren Verlauf in das Gebiet der Stadt Neuwied ein. Er fließt in Oberbieber in den „Schwanenteich“ genannten Stausee, weiter durch Ober- und Niederbieber, wo er in die Wied und später in den Rhein einmündet.

Der Abbau der Lagerstätten begann im Tagebau am Gangausbiss, also dort, wo die Lagerstätten an die Tagesoberfläche austraten. Zunächst versuchte man in einer trichterfömigen Vertiefung, einer so genannten Pinge, den Erzgang zu erreichen. Um in tiefere Bereiche vorzudringen, legte man Schächte an. Mit dem Einsatz von Handhaspeln konnte das Erz in Körben nach oben befördert werden.
Bei den in den Gemarkungen von Nieder- und Oberraden angelegten Bergwerken handelte es sich um kleinere Anlagen, bei denen nur wenige Bergleute zum Einsatz kamen. Dennoch ist es bemerkenswert, dass im Amtsblatt der preußischen Regierung zu Koblenz einige Verleihungen von Abbaurechten im Zeitraum von 1868 bis 1876 bekannt gegeben wurden.
Abbaurechte 1868-1876
- Juli 1868: Bergwerk Rembold, Gemarkungen Oberraden/Linkenbach
- August 1868: Bergwerk Buchholz, Gemarkungen Niederraden/Jahrsfeld
- Oktober 1874: Bergwerke Oberraden I und Oberraden II, Gemarkung Oberraden
- Juni 1876: Bergwerk Bertha, Gemarkungen Oberraden und Urbach-Überdorf






